Schichtplanung unter Berücksichtigung der Mitarbeitergesundheit

Neueste Branchenstudien ergeben, dass die Arbeitszeit mindestens jedes dritten Italieners außerhalb der klassischen Zeitspanne von 9 bis 17 Uhr liegt. Schichtarbeit ist heute weit verbreitet und es sind nicht mehr nur Bäcker und Krankenschwestern von ihr betroffen.

Die Schichtarbeit in Europa steigt an

Heutzutage, da ein großer Teil der Gesellschaft ständig im Netz präsent und verfügbar ist, arbeiten mehr als 25 % der Berufstätigen im Schichtbetrieb, auch nachts. Dies ist jedoch keine italienische Eigenheit, denn in den anderen EU-Ländern arbeiten ebenfalls schätzungsweise 36 % der im Gesundheitswesen Beschäftigten als Schichtarbeiter. Dasselbe gilt für 24 % der im Verkehrsbereich Beschäftigten, für 30 % der Hotelbeschäftigten und für 4 bis 17 % aller anderen Beschäftigten.

Einerseits nimmt die Zahl der Schichtarbeiter zu, andererseits ebenfalls die Anzahl derjenigen Studien, die eine sehr negative Auswirkungen der Schichtarbeit auf die Gesundheit der Beschäftigten postuliert. Eine Abschaffung der Schichtarbeit ist jedoch in der gegenwärtigen Situation völlig undenkbar. Das beste Mittel der Geschäftsführung die Auswirkungen der Schichtarbeit auf die Beschäftigten zu minimieren, ist der richtige Einsatz eines Programms für die Schichtplanung und die Nutzung der Verwaltungsmöglichkeiten der implementierten Software.

Durch einen effektiven Einsatz dieser digitalen Tools können Arbeitslasten funktionell zugeordnet, Fehler und Zeitverschwendung und vor allem der systematische Einsatz von Überstunden und Bereitschaftszeiten reduziert werden.

Das Schichtarbeitersyndrom

Bereits ein deutlicher Teil von Schichtarbeitern, ca. 10 bis 15 %, sind vom sogenannten „Schichtarbeitersyndrom“ betroffen. Zu den Hauptstörungen gehören vor allem Schlaflosigkeit, Unruhe, Stimmungsstörungen, Verdauungsstörungen und Libidomangel.

Natürlich wird die Nachtarbeit in diesem Zusammenhang am öftesten beschuldigt. Nicht alle Beschäftigten bewältigen diese Anforderung, daher muss jeder zehnte nach kurzer Zeit seinen Arbeitsplatz verlassen. Arbeitsmediziner sind der Ansicht, der am wenigsten verträgliche Schichtwechsel ist Nachmittag – Vormittag – Nacht, deshalb wird dies bei der Erstellung des Schichtarbeitsplans von den Verantwortlichen berücksichtigt.

Diesbezüglich sind die europäischen Richtlinien eindeutig. Sie legen fest, dass alle Beschäftigten im Laufe von 24 Stunden einen Anspruch auf 11 aufeinander folgende Ruhestunden besitzen. Alle Schichtpläne sind auf diese Grundregel aufgebaut.

 

Schichtoptimierung durch Planungsprogramme

Durch effektive Verwendung einer Schichtplanungssoftware wird Personalermüdung verhindert bzw. minimiert, da die Arbeitsbelastung rechtzeitig umverteilt werden kann. Planungssoftwares erleichtern diese Arbeit. Mit ihnen ist die Verzahnung der Mitarbeiterkompetenzen möglich. Verringerung der Belastung äußert sich in weniger Stress. Davon profitieren sowohl der Körper als auch der Geist der Mitarbeiter.

Es hilft auch, die Schichten bereits im Voraus zu planen, damit es zu keinen negativen Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit kommt. Nach Ansicht von Arbeitsmedizinern sind Schichtwechsel im Uhrzeigersinn zu bevorzugen. Daher sollten niemals Arbeitsschichten mit Reihenfolgen wie Vormittag – Nacht – Nachmittag, sondern optimalere Reihenfolgen wie Vormittag – Nachmittag – Nacht benützt werden.

Die für die Schichtplanung Verantwortlichen sollten darüber hinaus Schichtlängen von mehr als 8 Stunden möglichst vermeiden. Falls diese nicht zu umgehen sind, sind Pausen einzuplanen, damit es zu keiner übermäßigen Ermüdung kommt. Den Beschäftigten obliegt hingegen die Aufgabe, tägliche Routinen zu bilden, die sie zum Schutz ihrer Gesundheit möglichst genau einhalten sollten. Dies gilt insbesondere für die Ernährung, denn falsches Essverhalten ist eine der Hauptursachen für das Schichtarbeitersyndrom.

Permanent in der Nachtschicht eingesetzte Beschäftigte stehen eventuell vor der schwierigsten Aufgabe. Sie sollten nämlich ihren Schlaf-Wach-Rhythmus auch an arbeitsfreien Tagen aufrechterhalten.